
Wir sahen das Podere Salicotto zum ersten Mal an einem späten Sommernachmittag im Jahr 2000. Das goldene Licht der untergehenden Sonne fiel auf die alten Dachziegel des halb eingestürzten Bauernhauses, und für uns war es Liebe auf den ersten Blick. Wir hatten weder Bekannten noch Freunde hier und haben dennoch das fast Unmögliche wahr warden lassen.
Unsere neue Aufgabe beduetete für uns der Beginn eines vollkommen neuen Lebens, der Abschied von alten Denkmustern, Gewohnheiten und natuerlcih auch ein neuer Beruf. Aber all dies lief langsam ab, in einer Stille, die uns zuerst befremdlich, manchmal sogar ohrenbetäubend erschien, heute aber wohlwollend und kraftspendend.
Wir haben gelernt wieder Dinge zu schätzen, die im Stadtleben in Vergessenheit geraten sind; der Sternenhimmel , die Glühwürmchen und der Mond. Die Laute der Natur lassen uns bemerken, dass der Winter vorbei geht und der Frühling kommt: Das Summen und Schnattern der Insekten, die Brunstschreie der Rehböcke und das Trällern der Lerchen. Jede Jahreszeit hat seinen eigenen Duft und seine eigenen Geräusche.
Die zweite große Veränderung war unser Zeitempfinden. Als wir noch in der Stadt lebten, war jeder Augenblick mit Geschäftigkeit gefüllt und im Voraus verplant. Hier hat die Zeit eine ganz neue Bedeutung erlangt. Sie ist kein aufgezwungenes Korsett, gegen das wir ankämpfen müssen, sondern ein innerer Rhythmus, der den Takt der Natur, den Tagesablauf, das Wetter und die Jahreszeiten widerspiegelt. Die Natur erinnert uns jeden Tag daran, dass alles im Einklang mit den Elementen reift. Wir können unser Bestes tun, um den Boden zu bereiten und Setzlinge zu pflanzen, aber danach können wir nur warten und hoffen, dass die Früchte gedeihen.
Auf das, was wir in diesen Jahren schätzen gelernt haben, möchten wir nun an unsere Gäste weitergeben. Herzlich willkommen in unserer Welt.
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